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Argumentation und Erörterung

Eine gut gebaute Argumentation ist die wichtigste Voraussetzung, um in einer Argumentation bestehen zu können. Zu einer Argumentation gehören:
- Eine These (Behauptung, Empfehlung, Bewertung/Urteil)
- Argumente, also Begründungen, die die These stützen (überprüfbare Fakten, Beobachtungen und Erfahrungen, allgemein anerkannte Grundsätze oder Normen, Expertenmeinungen), und
- zu jedem Argument Beispiele, Belege oder Zitate, die es untermauern.

Lineare (steigernde) Erörterung:
Es liegt bei der linearen Erörterung oft eine mit "W" beginnende Frage zu Grunde, z.B.: "Warum ist Sport für Menschen sinnvoll?" Häufig geben aber bestimmte Schlüsselwörter Auskunft, z.B.: "Begründe, ...", "Zeige auf, ...", "Erkläre, ...", "Untersuche, ..." usw.

Aufbau:
Die lineare Erörterung vertritt oder verwirft eine These. Die gewählte Position wird beibehalten, Gegenargumente werden nicht genannt.

- Eine Einleitung weckt Interesse und schildert der Leserin oder dem Leser das Problem. Hier werden auch schwierige Begriffe, die zum Verständnis nötig sind, geklärt. Man kann von einem konkretem Fall ausgehen (eigene Erfahrung, Zeitungsmeldung), die allgemeine Bedeutung des Problems aufzeigen oder das Problem in einen aktuellen Zusammenhang stellen.

- Der Hauptteil bringt die Argumente, die die These stützen (überprüfbare Fakten, Beobachtungen und Erfahrungen, allgemein anerkannte Grundsätze oder Normen), in steigernder Reihenfolge. Zum Schluss hin nähert man sich dem stärksten Argument. Jedes Argument muss durch einen Beleg untermauert sein, z.B. durch ein Beispiel oder ein Zitat.

- Der Schluss rundet den Gedankengang ab. Man kann hier eine Aufforderung, einen persönlichen Wunsch nennen oder einen Ausblick auf verwandte Themen oder zukünftige Entwicklungen geben.

Dialektische Erörterung:
Auf die dialektische Erörterung weisen z.B. Signalwörter hin, die deutlich machen, dass zu einem Thema gegensätzliche Positionen aufeinandertreffen. Typische Formulierungen sind: "Erörtere Für und Wider...", "Setze dich auseinander mit...", "Diskutiere...", "Nimm Stellung..." usw. Der Gegensatz wird auch meist durch die Art der Frage deutlich z.B. "Handy-Fluch oder Segen?" usw.

Aufbau:
Die dialektische Erörterung ist eine Pro- und Kontraerörterung. Es werden Gründe, welche für und gegen eine These sprechen, gegeneinander abgewogen und eine eigene Meinung gebildet. Durch schlüssiges Argumentieren wird das Urteil überzeugend begründet. Für die dialektische Form der Erörterung gilt grundsätzlich der gleiche Aufbau wie für die lineare Erörterung: Einleitung-Hauptteil-Schluss.

Der Hauptteil enthält den Argumentationsgang. Man kann hier nach dem Sanduhr-Prinzip (erst werden Argumente der Gegenposition in fallender, dann die der eigenen Position in steigender Reihenfolge genannt) oder nach dem Pingpong-Prinzip (Argument und Gegenargument folgen unmittelbar aufeinander) aufgebaut sein.

Aufbau einer textgebundenen Erörterung:

In der Einleitung werden Autor/in, Titel des Textes und Thema genannt und gegebenenfalls aktuellen Bezug zum Thema hergestellt.
Im Hauptteil analysiert man den Text indem man ihn knapp zusammenfasst (Tempus: Präsens), dabei zentrale Problemstellungen wiedergibt und Argumentationsstruktur und sprachliche Mittel des Textes analysiert. Dann erörtert man die Argumente im Text. Man nimmt Stellung zu den Hauptargumenten des Textes. Dabei legt man teilweise oder völlige Zustimmung oder Widerspruch begründet dar. Darauf formuliert man eigene Beispiele und Erläuterungen für und gegen die Argumente.
Im Schlussteil werden die wichtigsten Argumente zusammengefasst und daraus die eigene Position abgeleitet. Man formuliert zum Thema bezogene Aufforderungen, persönliche Wünsche oder man kann auf verwandte Themen oder zukünftige Entwicklungen verweisen.


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